Neustart Voraus!

„Der offene Austausch ist enorm wichtig. Denn dann stellt man fest: Du und deine Stärken sind einzigartig, deine Probleme sind es aber nicht.“

Malte

vom Physik- zum Biochemiestudium zur Ausbildung bei Sartorius

Malte (27) hat nach seinem Studienabbruch eine Ausbildung bei Sartorius begonnen. Bei einer virtuellen Betriebsbegehung unseres Partnernetzwerks Queraufstieg lernten wir ihn kennen und in einem anschließenden Interview berichtete er uns von seinem Werdegang. Seine Empfehlung: Es ist wichtig, sich auszutauschen und Hilfsangebote wahrzunehmen!

In unserem Vorgespräch hast du erwähnt, dass du vom Studium „ausgebrannt“ warst. Was meinst du damit?

Ich begann mit meinem Studium 2013, studierte erst Physik, dann Biochemie an der Universität Göttingen. Am Ende meines Studiums bin ich in einem dritten Versuch durchgefallen, sodass mir die Entscheidung, mein Studium abzubrechen, quasi „abgenommen“ wurde. Das war schon eine Erleichterung, denn mir fehlte der Praxisbezug in meinem Studium und damit auch die Motivation. Mein Studium dauerte insgesamt sechs Jahre, als ich exmatrikuliert wurde, war ich 24 und hatte einige Selbstzweifel und war auch enttäuscht von mir, es nicht geschafft zu haben.

Wer hat dir wieder auf die Beine geholfen?

Ich hatte ein Gefühl des Alleinseins, bevor ich mich mit Freunden ausgetauscht habe. Das „drüber reden“ hilft, aber man muss sich definitiv selbst um die Hilfe kümmern. Ohne Termin bin ich in die Sprechstunde des Hochschulteams der Agentur für Arbeit gegangen, die mir auch den Kontakt in die Einzelcoachings der BFGoe vermittelt hat. Da bekam ich eine super Unterstützung durch Gesprächstrainings und Hilfe beim Bewerbungsschreiben. Und: Ohne meinen Coach hätte ich die Stellenanzeige zu meiner Ausbildung nicht gelesen und hätte mich nie beworben! Ich bin ihm richtig dankbar…

Mein Arbeitgeber hat sich auch bewusst für mich als „Abbrecher“ entschieden, das gab mir ein sehr gutes Gefühl. Wichtig ist daher meiner Meinung nach auch immer die Resonanz des Gesprächspartners im Bewerbungsgespräch.

Du bist aktuell in Ausbildung bei Sartorius in Göttingen. Hast du dich nach deinem Studienausstieg bewusst für die Region entschieden?

Ursprünglich komme ich aus der Region Bielefeld, ich wollte aber nach meinem Abbruch in Südniedersachsen bleiben. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass ich 2020 meine Ausbildung als Fachinformatiker beginnen konnte. Für IT habe ich mich schon seit langem interessiert und auch neben meinem Studium bereits viel programmiert. Mit meiner Ausbildung habe ich jetzt ein konkretes Ziel vor Augen. Hier kann ich meine Fähigkeiten täglich weiterentwickeln und ich bin auch persönlich gereift. Außerdem habe ich festgestellt: Mein Studium hat vor allem Organisationsfähigkeit und Selbstdisziplin gefördert, das hilft nun bei Vorbereitungen auf Prüfungen und im Arbeitsalltag ungemein.

Welche Tipps kannst du Studienzweifelnden geben?

Der offene Austausch ist enorm wichtig. Dann stellt man fest: „Du und deine Stärken sind einzigartig, deine Probleme sind es aber nicht.“ Den Spruch habe ich von einem Freund – und ich bin ihm sehr dankbar, dass er ihn mir mitgegeben hat. Denn natürlich fällt es schwer, die eigene Situation offen darzulegen. Mir hat besonders die Hilfe „von außen“ geholfen, vor allem das Leistungsangebot von Neustart voraus. Für mich war der Studienausstieg genau das Richtige: In meiner Ausbildung lerne ich für etwas Bestimmtes – Hands-on!

Danke Malte, dass du dich unseren Fragen offen gestellt hast. Wir wünschen dir weiterhin viel Erfolg!

Maltes Weg

  • Studiengangwechsel von Physik auf Biochemie an der Universität Göttingen
  • Abgang nach sechs Jahren im Drittversuch
  • Beratung in der Sprechstunde des Hochschulteams der Agentur für Arbeit
  • Findungsphase und Bewerbungstrainings im Einzelcoaching der Beschäftigungsförderung Göttingen

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